ZKO-Direktor Michael Bühler sprach mit dem Schweizer Familien- & Lifestyle-Magazin «jetzt» über neue Konzertformate und die Highlights der kommenden Saison.

Interview Paul Martin Padrutt

Herr Bühler, obwohl es des Öfteren heisst, die Klassik sei tot, steigen die Zuschauerzahlen des ZKO konstant. Wie gelingt Ihnen das?
Wir haben gelernt, die Erwartungen einzelner Anspruchsgruppen im Publikum zu erkennen und bemühen uns, mit innovativen Konzertideen und neuen Konzertformaten darauf zu reagieren, sodass wir einen Anreiz schaffen, alte Klassikwerke in ungezwungener Atmosphäre neu zu erleben. In der Saison 2015/16 verzeichneten wir im Schnitt eine Auslastung von über 80 Prozent und legten damit im Vergleich zu vergangenen Saisons deutlich zu. Auch unsere Baby-, Kinder- und Jugendkonzerte tragen einen grossen Teil zum Erfolg bei. Nicht zuletzt basiert der Erfolg aber primär auf der überragenden musikalischen Qualität des Orchesters und seines Music Directors Daniel Hope.

Mit welchen Innovationen buhlt das ZKO in der kommenden Saison um die Gunst des Publikums?
Besonders freuen wir uns auf unser neues Programm «Art is in Residence». Wir versuchen, Musik mit verschiedenen anderen Kunstrichtungen wie z.B. Tanz, Malerei, Fotographie, Schauspiel oder Video-Kunst zu vermählen, neuartige Symbiosen und damit einzigartige, multimediale Erlebnisse für unser Publikum zu schaffen.

«Wir möchten einzigartige, multimediale Erlebnisse für unser Publikum schaffen.»
Michael Bühler

Was muss man sich darunter vorstellen?
Das ist von Konzert zu Konzert unterschiedlich. Das Team von «Projektil» wird z.B. am 19. Juni 2018 den gesamten Saal im Maag-Areal in eine magische Welt verwandeln, indem sie Max Richters Neubearbeitung der «Vier Jahreszeiten» mit einer atemberaubenden 360°-Video-Projektion visualisieren. Am 30. Januar 2018 wird Kinetic Painter Norman Perryman, inspiriert durch die Musik, live während des Konzertes Bilder erschaffen, die wie von alleine fliessen, pulsieren und sogar explodieren. Die überwältigenden Tieraufnahmen des schottischen Wildlife-Fotografen David Yarrow gibt es am 13. Juni 2018 zu bestaunen, in kraftvoller Symbiose mit den romantischen Klavierklängen und der Musik Frédéric Chopins.

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